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Verwandlung, Kafka

Die Verwandlung, Franz Kafka


"Die Verwandlung" ist ein Parabelstück von Franz Kafka, in welchem er auf die Psyche des Menschen eingeht und sich dabei auf Sigmund Freuds Darstellung des Es und des Über-Ich beruft. Laut Freud besitzt jeder Mensch zwei verschiedene Psychen. Das Es stellt alle natürlichen Triebe dar (Urtriebe, wie Sexualtrieb, Essen) und grenzt sich insofern vom Über-Ich ab, das jenes das Gewissen und Moralvorstellungen miteinschließt, anstatt sich nur tierhaft seinen Trieben zu ergeben.



In Kafkas Parabel "Die Verwandlung" greift Kafka auf Freud zurück und zeigt uns beide Psychen des Menschen an dem Handlungsreisenden Gregor Samsa auf. Dieser verdient alleine das Geld für seine Familie, die aus seiner Mutter, seinem kränkelnden Vater und seiner pubertierenden Schwester besteht, da sich seine Eltern hoch verschuldet haben. Obwohl wir Gregor bei seiner Verwandlung vom Über-Ich zum Es erleben, zeigt er uns doch auf, wie fürsorglich er sich seiner Familie gegenüber benimmt und wie sehr er seine eigenen Bedürfnisse zurückstellt.

"Die Verwandlung" beginnt damit, dass Gregor eines Morgens verspätet aufwacht und sich in seinem eigenen Körper irgendwie "fremd" vorkommt. Er versucht, seiner täglichen Beschäftigung nachzugehen und aus dem Bett aufzusteigen, doch dies fällt ihm schwerer als sonst. Nach vielen quälenden Versuchen bemerkt er, dass sich an ihm eine Verwandlung vollzieht. - Gregor wird zu einem Käfer. Zuerst versucht er, seiner Familie diese Tatsache zu verschweigen, doch sehr bald kommen diese dahinter und sehen mit Entsetzen, was aus ihrem Sohn und Bruder geworden ist. Relativ schnell vergessen sie ihre vorherigen Gefühle für Gregor und sehen in ihm nur noch ein Ungeheuer, das in seinem Zimmer bleiben muss. Fortan wird Gregor wie ein abscheuliches Monster behandelt. Ihm wird keinerlei Liebe mehr entgegengebracht. Als er eines Tages seine Mutter mit seinem Aussehen erschreckt, wirft sein Vater mit einem Apfel nach ihm und scheucht ihn zurück in sein Zimmer. Am nächsten Tag ist Gregor tot.

Franz Kafka ist mit dieser Parabel ein Meisterstück gelungen. Geschickt verknüpft er Gregors Gefühle mit der abstoßenden Haltung seiner Familie ihm gegenüber. In äußerst erschreckender Weise stellt er in "Die Verwandlung" dar, wie sich die Psyche eines Menschen verändern kann. Schuld an der Verwandlung zum Käfer tragen vor allem Gregors Eltern und seine Schwester. Der Käfer soll als Symbol für das unterdrückte Es stehen, welches Gregor nie ausleben konnte. Sein Leben bestand darin, seine eigenen Wünschen zurückzustecken und sich für seine Familie einzusetzen. Er war der alleinige Geldverdiener. Als seiner Familie bewusst wird, dass sie ihre einzige Geldeinnahmequelle durch die Verwandlung Gregors verloren haben, projezieren sie ihren Frust und Ärger auf Gregor. Das zeigt ganz deutlich, dass Gregor für sie wohl nie mehr als eine finanzielle Stütze gewesen war.

Nachdem Gregor in seinem Zimmer vor Einsamkeit gestorben ist, begibt sich die Familie auf einen Sonntagsspaziergang und scheint sichtlich erleichtert zu sein, dieses Ungeheuer nun los zu sein. Warum Gregor sterben musste, lässt sich wieder mit Freuds psychischer Theorie beantworten. Dadurch, dass Gregor Samsa jahrelang seine eigenen Gefühle und Wünsche - seine Triebe - in den Hintergrund gestellt hat, kam es zum Ausbruch seines Es. Da aber immer noch ein Teil von ihm der moralische Gregor - das Über-Ich - war, wurde er in einer Zwischenwelt gefangen gehalten. Von außen war nur noch das Es zu sehen, doch innerlich war Gregor immer noch zu Teilen das Über-Ich. Durch die mangelnde Liebe, die für das Über-Ich jedoch lebenswichtig ist, und die zu langsam fortschreitende Verwandlung, litt Gregor im Innersten Höllenqualen. Der Tod war für ihn mehr eine Erlösung, auch wenn er diesen als äußerst schmerzhaft empfand.



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