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Erzähltheorie

Erzähltheorie


Jedes Buch kann analysiert und auf Grund dessen interpretiert werden. Hilfsmittel bietet hier die Rekonstruktion der Erzähltheorie. Eine Erzähltheorie wird von einigen Autoren oft unbewusst angewendet und erst im Nachhinein aufgedeckt. Andere Literaten wiederum beschäftigen sich vor Verfassen ihres Textes ausführlich mit den Mitteln, die die Erzähltheorie ihnen bietet.



Da jeder literarische Text etwas bestimmtes aussagen, eine besondere Atmosphäre erzeugen oder einen Leser explizit und individuell ansprechen soll, kann man mit der Wahl der "richtigen" Erzähltheorie richtungsweisend eine Vorstellung des Werkes und seiner Intension gegeben werden. Distanz oder Nähe, detaillierte Personen- und Raumbeschreibungen oder knapp gehaltene Ausführungen, neutrale Erzählweise oder eine kritisch einnehmende Haltung gegenüber dem Gesagten, Zeitsprünge oder Zeitraffungen sowie Rückblenden und die Art des Erzählers spielen eine äußerst wichtige Rolle.

Wenn wir uns etwas näher mit den gegeben Optionen, die die Erzähltheorie einem jeden bietet, beschäftigen, kann ein Text zunächst in die Faktoren Zeit, Modus und Stimme des Erzählers eingeteilt werden. Um alle Faktoren der Zeit zu berücksichtigen, muss überprüft werden, ob es sich bei der gegeben Abhandlung um eine Analepse (Rückblende) oder gar eine Paralipse (hier werden mit Absicht wichtige Ereignisse beim Erzählen ausgelassen) handelt. Eine Prolepse tritt dann in Erscheinung, wenn der Leser kurze Sprünge in die Zukunft erlebt.

Eine erweiterte Form der Prolepse ist die repetitive Prolepse, die einen Vorgriff auf ein Ereignis darstellt, welches im weiteren Verlauf aber noch näher erwähnt wird.

Das Verhältnis von der Erzählzeit und der erzählten Zeit wird dem Genre der Dauer zugerechnet. Eine Zeitraffung liegt vor, wenn die Erzählzeit kürzer als die erzählte Zeit ist. Das bedeutet, dass bei einem Vorgang, der normalerweise zwanzig Minuten dauern würde, die Erzählzeit (Dauer, die das Lesen des Textes in Anspruch nimmt) nur etwa drei Minuten beträgt. Der umgekehrte Fall wäre ein Blitz, bei dem die erzählte Zeit einige Sekunden dauert, die Erzählzeit aber einer Zeitdehnung unterworfen ist, die dieses Geschehen auf einige Minuten ausdehnt. Bei der Zeitdeckung stimmen Erzählzeit und erzählte Zeit überein.

Ein weiteres Kriterium für die Bestimmung der Zeit ist die Frequenz. Wird das einmal Geschehene mehrmals erzählt, spricht man von repetitiver Frequenz, bei dem einmaligen Erzählen einer einmaligen Sache lautet der Fachbegriff singulative Frequenz und die dritte Möglichkeit bietet die iterative Frequenz, bei welcher das mehrmals Abgelaufene auch mehrmals wiederholt wird.

Der Modus bestimmt, in welcher Entfernung sich der Erzähler den Charakteren gegenüber befindet. Dabei kann der Autor seine Figuren durch wörtliche Rede, einen inneren Monolog (der Charakter führt eine gedankliche Konversation mit sich selbst) oder die erlebte Rede eine Richtung vorgeben.

Als letzte Möglichkeit steht es dem Literaten offen, zu fokalisieren. Der Erzähler kann über der Figur stehen und mehr wissen, als sie selbst, weniger als sie wissen oder mit ihr auf einem Level stehen. In letzterem Fall kann der Erzähler zugleich auch eine handelnde Person sein.

Kommen wir nun zu der Erzählerstimme. Hierbei hinterfragt man, wer der Erzähler ist. Dabei kann dieser selbst an den Geschehnissen teilhaben (homodiegetisch), von der Geschichte ausgeschlossen sein (heterodiegetisch) oder den Protagonisten verkörpern (autodiegetisch). Des Weiteren ist darauf zu achten, ob der Erzähler allwissend ist und das Ganze kritisch beurteilt oder ob er nur als neutraler und objektiver Beobachter an der Geschichte teilnimmt. Vom Verhalten des Erzählers lässt sich dann auf die Gattung des Textes schließen. Bei einem Sachtext tritt dieser niemals beurteilend auf. Als letztes Mittel der Erzähltheorie ist die Innen- und Außenansicht zu erwähnen. Bei der ersten Variante gewährt der Erzähler dem Leser Einblick in die Gefühlswelt des Charakters, ansonsten muss sich der Leser durch äußere Erkennungsmerkmale ein Bild über den Zustand der Figur bilden.



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